Geothermie-Projekt in Lübeck
BAUER Resources wirkt an Umsetzung eines innovativen Energiekonzepts der Hansestadt Lübeck für neues Wohnquartier mit.
- Wohnraum für bis zu 1.000 Einwohner auf rund 11,5 ha im Stadtteil St. Gertrud
- Versorgung über kaltes Nahwärmenetz mit Geothermie und Wärmepumpen
- Einbau von 135 Erdwärmesonden mit außergewöhnlicher Bohrtiefe von 170 m durch BAUER Resources
Hansestadt Lübeck – Neuer Wohnraum und nachhaltige Energiekonzepte stehen ganz oben auf der Agenda moderner Stadtplanung. Mit der Erschließung eines neuen Wohngebiets im Stadtteil St. Gertrud entsteht derzeit ca. 2,5 km östlich der Lübecker Altstadt moderner Wohnraum für bis zu 1.000 Einwohnern. Die Hansestadt setzt mit der Entwicklung dieses Gebiets eines ihrer zentralen Wohnungsbauprojekte mit nachhaltiger Energieversorgung um.
Wohnbebauung und Flächennutzung
Das ehemalige Teilgebiet der Kleingartenanlage „Lauerhof“ soll mit einem Mix aus Geschosswohnungsbau und Reihen- sowie Doppelhäusern energetisch nachhaltig bebaut und mit Wärme versorgt werden. Im ca. 11,5 ha umfassenden Bebauungsplan Schlutuper Straße/Lauerhofer Feld ist auf einer Fläche von rund 53.700 m² eine ausgewogene Wohnraumnutzung, bestehend aus 89 Reihen- und Doppelhäusern sowie 14 Mehrfamilienhäusern, geplant. Zudem ist die Errichtung eines Parkhauses mit ca. 3.600 m², die Schaffung von Grün- und Gemeinbedarfsflächen mit rund 41.000 m² sowie Straßenverkehrsflächen mit gut 21.200 m² vorgesehen.
Energieversorgung über kaltes Nahwärmenetz
Ein zentrales Merkmal des Bauprojekts der Hansestadt Lübeck ist das innovative Energiekonzept, zu dessen Umsetzung für die Stadtwerke Lübeck Innovation GmbH der Geschäftsbereich BAUER Umwelt der BAUER Resources GmbH beigetragen hat: Die Wärmeversorgung erfolgt über ein kaltes Nahwärmenetz in Kombination mit Erdwärmesonden und dezentralen Wärmepumpen. Konkret bedeutet das: Für das neue Wohngebiet wird der Untergrund geothermisch zur Wärmegewinnung über Erdwärmesonden genutzt. Die gewonnene Wärme wird in ein kaltes Nahwärmenetz eingespeist und verteilt. Mehr als 130 Erdwärmesonden werden durch ein mit Wasser gefülltes Leitungsnetz miteinander verbunden; sie versorgen später die Gebäude im Wohnquartier mit Wärme. Dezentral installierte Wärmepumpen sorgen schließlich für die Wärmebereitstellung in den Wohneinheiten.
„Ein kaltes Nahwärmenetz nutzt einerseits die vorhandene Erdwärme als Energielieferant“, erläutert Marcel Mößlang, Oberbauleiter Bereich Geothermie in der BAUER Resources GmbH. „Andererseits ermöglicht das Energiesystem im Sommer die saisonale Rückführung von Wärme in den Untergrund und somit die Kühlung der Gebäude.“ Zusammenfassend nutzt das geplante System erneuerbare Energiequellen möglichst effizient und ermöglicht eine besonders nachhaltige, CO₂-arme Versorgung der Gebäude.
135 Sonden, 23.552 Bohrmeter, 170 m Tiefe
Im November 2024 fiel der Startschuss für den ersten von drei Bauabschnitten der Dienstleistungen von BAUER in diesem Projekt. Zunächst erfolgte das Abteufen der Bohrungen. Die Bohrungen für die Erdwärmesonden waren mit jeweils 170 m die tiefsten, die das Team des Geschäftsbereichs BAUER Umwelt der BAUER Resources GmbH bisher durchgeführt hat. 135 Sonden wurden in den Boden eingebracht und 23.552 Bohrmeter realisiert. Das Abteufen im Feinsand erfolgte ohne Verrohrung mit einer KLEMM KR 806-3GW.
Nach der Fertigstellung der Erdwärmesonden begannen die Erdarbeiten und das Anbinden der Sonden inklusive des Setzens von elf Verteilerschächten. Zwei Temperaturmessstellen überwachen künftig die Entwicklung der Bodentemperaturen im Quartier. In der letzten Bauphase im Herbst 2025 wurden die Erdwärmesonden schließlich mit einem Wasser-Glykol-Gemisch befüllt. Insgesamt entsorgte das Baustellen-Team im Auftrag der Stadtwerke Lübeck Innovation nicht nur 1.455 t Bohrgut und 700 t Boden, sondern lieferte und verbaute auch 750 t Sand. Das sind selbst für die Fachleute von BAUER Resources ungewohnte Dimensionen.
Förderung: Die Umsetzung des Wärmeversorgungskonzeptes wird durch das BAFA gefördert.
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